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Wirtshaus aus Poysdorf

Das Wirtshaus aus Poysdorf wurde 1983 ins Museumsdorf übertragen.

Die Wirtsstube besteht aus Gastraum und Schank, die durch ein Schankgitter getrennt sind. Dieses konnte vom Wirten heruntergelassen werden, um die im Schankraum stehenden Getränke vor fremdem Zugriff zu schützen. Darüber hinaus konnten die Flaschen und Gläser so vor Bruch bei gelegentlich vorkommenden Raufereien geschützt werden.

Die Besucher der örtlichen Gasthäuser war vorwiegend die männliche Bevölkerung. Sie kamen oft bereits vormittags zu einer "Stamperlrunde" zusammen, um Geschäfte abzuschließen. Hauptsächlich wurden die Gasthäuser jedoch abends nach Arbeitsschluss bzw. am Sonntag nach der Messe zum Frühschoppen besucht.

Gern gesehene Gäste waren auch die Mitglieder der "Burschenschaft". Das waren die heiratsfähigen jungen Männer ein- und desselben Geburtsjahrganges. Wenn einer von ihnen heiratete, musste er sich mit Bier und Wein von dieser Sozialgruppe freikaufen, was dem Wirten ein gutes Einkommen bescherte.

 

Im hinteren Bereich des Wirtshauses ist eine Greißlerei untergebracht. Sie ist im Poysdorfer Wirtshaus zwar nicht belegt, stellt aber eine durchaus typische Kombination dar.

Im Obergeschoss befindet sich ein Saal für größere Gesellschaften und die Wirtswohnung.

Das alltägliche Wirtshausleben spielte sich hauptsächlich in der Gaststube ab, Extrazimmer und Saal wurden nur bei besonderen Anlässen wie Kirtagen und Ballveranstaltungen benötigt. Dann durften auch Frauen und Mädchen das Wirtshaus besuchen, da diese Veranstaltungen auch der Eheanbahnung dienten.

 

Im Extrazimmer hielt die Gemeindevertretung ihre Treffen ab. Hier ist eine Geschäftsstelle der Raiffeisenkasse dargestellt. Die von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gegründete Selbshilfeorganisation für Bauern ist seit 1886 in Niederösterreich vertreten.