Sa, 26. September
16:00

Auf Rädern und Kufen – Transportfahrzeuge anno dazumal

Eröffnung der Dauerausstellung

© Roman Jandl

26. September 2026

16:00 Uhr

Ausgewählte Wägen, Schlitten und Karren aus dem umfangreichen Sammlungsbestand des Weinviertler Museumsdorfs Niedersulz wurden in den letzten Jahren mit Unterstützung des Freundesvereins aufwändig renoviert und zu einer außergewöhnlichen Schau zusammengeführt. Zu sehen sind unter anderem ein Weinwagen aus Hohenruppersdorf, ein Viehwagen aus Ameis, ein Truhenwagen aus Mistelbach sowie weitere Transportfahrzeuge. Der prächtige Leichenwagen aus Gaunersdorf/Gaweinstal aus 1915 ist mit seiner bestickten Kutschbockdecke und anderen textilen Verzierungen ein bemerkenswerter Blickfang.

Wägen, Karren und Schlitten zum Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse

In einem Weinviertler Dorf um 1900 nutzten die Bauern-, Kleinhäusler- und Handwerkerfamilien Wägen, Karren und Schlitten zum Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. 

Mit Wägen transportiert wurden vor allem landwirtschaftliche Produkte zur Selbstversorgung, aber auch zum Verkauf. Leiterwägen dienten hauptsächlich zum Transport von Heu und Getreide. Für Hackfrüchte oder Säcke (z.B. Getreidesäcke in die Mühle), aber auch Schotter oder Erde verwendete man Truhenwägen, auch Bretter- oder Kastenwagen genannt. 

Im Weinviertel war der Transport der Weintrauben bzw. der Maische zum Presshaus besonders wichtig. Den fertigen Wein führte der Knecht mit dem typischen Weinwagen meist nach Wien. Dieser lange schmale Wagen bot Platz für zwei große Fässer, aber auch die „Flechte“ – ein tief herabgezogenes, geflochtenes Verdeck, das vor Wind und Regen schützte –, Hafer für die zwei Rösser und weiteres Zubehör. Der Weinwagen war meist in kräftigem Blau bemalt und verziert, die Anspannung der Rösser ebenfalls verziert und mit dem Namen bzw. Initialen des Weinbauern versehen. 

Schlitten fanden naturgemäß im Winter Einsatz, vor allem beim Transport von Holz, aber auch anderen Waren. 

Karren sind zweirädrige Fahrzeuge, die von Menschen oder kleinen Zugtieren gezogen oder als Schubkarren händisch geschoben wurden. Mit ihnen transportierte man Gras, Rebenbündel, kleinere Säcke bzw. generell kleinere Mengen an landwirtschaftlichen oder handwerklichen Produkten. 

Transport von Menschen 

Selten dienten Wägen und Schlitten ausschließlich zum Transport von Menschen, wie das Steirerwagerl für die Fahrt in die Kirche oder in einen größeren Ort für Arzt- oder Verwandtenbesuche. 

Die letzte Fahrt

Und auch die „letzte Fahrt“ zum Friedhof fand mit einem kunstvoll ausgeführten Leichenwagen statt. So wurde der Leichenwagen aus Gaweinstal (früher Gaunersdorf) aus dem Jahr 1915 aufwändig renoviert und erstrahlt in neuem Glanz, ebenso die bestickte Kutschbockdecke und andere textile Verzierungen.

Umfangreiche Arbeiten an den Objekten

Die Renovierung der Objekte umfasste unter anderem die Behandlung gegen Schädlinge, die Ergänzung fehlender oder morscher Holzteile, das Entrosten und Konservieren der Metallteile sowie die Auffrischung der Bemalungen. Die Arbeiten wurden durch das Team des Museumsdorfs und externe Firmen mit Unterstützung des Vereins Freunde des Weinviertler Museumsdorfs Niedersulz durchgeführt.

Programm zur Eröffnung

Begrüßung - Christoph Mayer 
Zur Ausstellung - Veronika Plöckinger-Walenta
Eröffnung - Abgeordnete zum Nationalrat Angela Baumgartner in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner

Im Anschluss laden wir zu einem Umtrunk.
Um Anmeldung wird gebeten: 02534/333 oder anmeldung@museumsdorf.at

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